Camper Tour

Von Berlin bis zu den Lofoten in 18 Tagen – Unser Camper Abenteuer

Hej Norwegen!

6 Tausend Kilometer… das war unsere Reise unseres bisherigen Lebens.
Nie zuvor war ich so weit weg von zuhause und habe mich gleichzeitig so daheim gefühlt.

Dieser Beitrag handelt von unserer Reise mit dem Camper von Berlin nach Norwegen mit dem Ziel: die Lofoten zu erreichen. Und zwar in genau 18 Tagen.


Unser Plan:

Wir wussten, wir haben nur wenig Zeit, doch wir wollten die wenigen Tage so gut, wie nur möglich auskosten und auf unserer Reise so viel sehen, wie nur möglich.

Vor unserer Planung verbrachten wir einige Abende vor dem Fernseher und schauten uns Youtube Videos von anderen Reisenden an, die eine ähnliche Tour hinter sich hatten.
Von all diesen Reiseberichten angetan, entwickelten wir langsam Stück für Stück unsere eigene Route.

Hierbei kann ich dir den Tipp geben, dir genau zu überlegen, wie viele Tage zu zum Reisen hast und welche Orte du unbedingt sehen möchtest. Innerhalb der Planung selbst wird dir dann erst auffallen, ob du all deine Ziele auch wirklich anfahren kannst. Für eine genaue Routenplanung sind wir wie folgt vorgegangen:

  1. Zeitraum und Reisedauer festlegen
    Bevor du deine Reise planst, musst du wissen, wann du fahren möchtest. Hierbei spielt vor allem die Jahreszeit eine große Rolle, denn je nachdem wann du fährst, lassen sich einige Orte in Norwegen kaum, bis gar nicht anfahren, Straßen sind gesperrt oder dein Camper lässt z.B. Fahren im Schnee gar nicht zu.
  2. Reiseziele und Orte heraussuchen und bestimmen
    Wenn du weißt, wann deine Reise starten soll, suchst du dir deine Orte und Sehenswürdigkeiten heraus, die du unbedingt mitnehmen möchtest. Ich empfehle dir, diese gut zu planen und am besten so, dass sie immer auf einer Strecke liegen. So verschwendest du keine wertvolle Zeit, denn diese wirst du in Norwegen immer gebrauchen können!
  3. Entfernungen und Fahrtzeit bestimmen und planen
    Hast du einen groben Plan von dem, was du sehen möchtest, kommt nun der etwas aufwendigere Teil.
    Du musst bestimmen, wie viel Fahrtzeit du von einem zum nächsten Ort benötigst. Bei diesem Teil der Reiseplanung ist uns dann auch ganz schnell bewusst geworden, dass wir unsere anfangs geplante Route gar nicht schaffen und wir diese kürzen müssen.
    Ich kann dir nur ans Herz legen, diesen Teil der Planung so genau wie nur möglich zu machen. In Norwegen liegt das Tempo auf den Straßen bei durchschnittlich 60 kmh. Schneller kommst du oft nicht voran, da die Straßen es einfach nicht zulassen.
    Je genauer du planst, desto sicherer deine Route. Trotzdem: lass dich davon nicht unter Druck setzen, im Laufe der Reise kann es auch passieren, dass ihr spontan weiterfahren müsst oder an einem Ort länger bleiben wollt. Dann muss unterwegs noch einmal neu geplant werden. Das gehört meiner Meinung nach aber zum Reisen mit dem Camper dazu und macht es umso spannender! 🙂
  4. Camper mieten
    Falls du, wie wir, keinen eigenen Camper zum reisen besitzt, kannst du dir bei verschiedenen Anbietern ein Modell mieten. Wir haben uns das Roadhouse bei Roadsurfer gemietet. Es bietet viel Platz, ein Bett, Küche und sogar ein kleines Badezimmer mit WC und Dusche.

Wichtige Vorkehrungen vor der Reise:

Es gibt einige Dinge, die du im Vorfeld vor Antritt der Reise beachten bzw. rechtzeitig anmelden musst.

  1. EPASS24
    Einige sagen, man muss es nicht haben, wir fanden es aber so einfacher.
    Wenn du mit dem Camper in Norwegen unterwegs bist, wirst du nicht drumherum kommen, Mautgebühren für die Straßen zu zahlen. Das funktioniert mittlerweile alles ganz automatisch.
    Wir haben uns dazu im Vorfeld für den EPASS24 registriert. Du gibst hier nur dein Kennzeichen an und dein Auto wird bei jeder Fahrt auf einer Mautstraße registriert. Am Ende der Reise erhältst du einige Wochen später den Bescheid über die Kosten, die du zahlen musst.
    (Bis jetzt warten wir immer noch auf unseren Brief, vielleicht hat man uns ja vergessen 😀 )
  2. Alkohol Zollanmeldung
    Wenn du viel mit dem Auto unterwegs bist, wird es wohl keine exzessiven Nächte mit Alkohol geben. Dennoch: Auch wir haben uns ein paar Flaschen Wein/Bier mitgenommen. Du kannst im Internet herausfinden, wie viel Alkohol (das gilt auch für Tabakwaren) du einführen darfst.
    Solltest du über der Freimenge liegen, empfehle ich dir, dies bei der Ankunft in Norwegen beim Zoll anzumelden, sonst kann es schnell teuer werden, sollte dich jemand kontrollieren.
    Kleiner Tipp: Es empfiehlt sich, gern mal eine Flasche guten Wein oder Schnapps extra mitzunehmen. In Norwegen ist Alkohol extrem teuer, solltest du mal Hilfe benötigen, ist eine gute Flasche ein gern gesehenes Tauschgeschäft. 😉
  3. Autoversicherung
    Falls du dir einen Camper für deine Reise mietest, macht es Sinn, eine zusätzliche Versicherung abzuschließen. Oft beinhaltet die Miete bereits eine kleine Absicherung. Unserer Meinung nach, ist das oft aber nur ein Bruchteil und sollte mit einer Zusatzversicherung aufgestockt werden.

Die Packliste und Vorbereitung:

Eine Camperreise lebt von ihrer Spontanität, allerdings empfehle ich dir, schon im Vornherein eine gute Pack- und Essensliste anzulegen. In unserem Fall lag unsere Reise in einem Zeitraum, in welchem es regnen, schneien oder die Sonne scheinen konnte. Man musste also für jedes Wetter und für Temperaturen von 10 Grad bis Minus 10 Grad gewappnet sein.

Auch bei den Lebensmitteln empfiehlt es sich, einen groben Plan zu erstellen: welche Gerichte kocht ihr gern? Kann man diese auch auf engem Raum schnell zubereiten? Was hält sich lange? Im Camper hat man nur einen begrenzten Platz im Kühlschrank und eine kleine “Küche” – unsere Vorräte bestanden daher aus 30% frischen Lebensmitteln (davon haben wir in Norwegen oft welche nachgekauft), 40% Brot, Nudeln, Reis und 30% Konserven, Suppen und Lebensmitteln aus dem Glas.

Mit diesen Lebensmitteln kommt man eine lange Zeit aus und hat die Grundnahrungsmittel dabei. Frisch in Norwegen einkaufen ist kein Problem. Bei allen anderen Lebensmitteln kann ich dir empfehlen, diese von daheim mitzunehmen, da einfach ALLES in Norwegen ca. 3x so teuer ist, wie in Deutschland.

Packliste Lebensmittel:

  • Brot
  • Nudeln
  • Reis
  • Suppen
  • frisches Gemüse
  • Obst (Äpfel halten sich super lang)
  • Käse
  • Wurst
  • Aufstriche
  • Pesto
  • Eier
  • Tee
  • Butter
  • Müsli
  • Milch
  • Marmelade
  • Wein, Bier ect.
  • Wasser, Softdrinks
  • Kaffeepulver
  • Kakao
  • Haferflocken für Porridge
  • Nussmus, Nüsse
  • Gewürze
  • Öl, Essig
  • Riegel, Schokolade, salzige Snacks

Packliste Haushalt:

  • Tupperdosen
  • Alufolie, Frischhaltefolie
  • Lappen
  • Geschirrhandtücher
  • Spülmittel
  • Zwea
  • Taschentücher
  • Feuchttücher
  • Desinfektionsmittel
  • Dosenöffner
  • Korkenzieher (oft schon im Camper enthalten)
  • Besteck (oft schon im Camper enthalten)
  • Brettchen
  • Klopapier
  • Kleiderbügel
  • Kerzen
  • Feuerzeug
  • Steckerleiste
  • Schnur, Panzertape
  • Swiffer (ja, ein Camper staubt schnell von innen ein)
  • Handfeger

Packliste Kleidung:

  • Wanderschuhe
  • Regenjacke, Regenhose
  • Winterjacke
  • Rucksack
  • Thermounterwäsche
  • Wollsocken, Socken allgemein
  • Mütze, Schal, Handschuhe
  • Unterwäsche
  • Jogginganzug
  • Badeschuhe
  • Bikini, Badehose
  • dicke Pullover
  • Hose, Leggins
  • Sonnenbrille / Brille

Packliste Kosmetik:

  • Handtücher
  • Creme, allgemein Pflegeprodukte
  • Zahnbürste + Zahnpasta
  • Duschbad
  • Shampoo + Spülung
  • Bürste / Kamm
  • Tampons

Packliste Nützliches:

  • Taschenlampe
  • Kopflampe
  • Wärmflasche
  • Musikbox
  • Ladekabel
  • Kamerazubehör
  • Powerbanks
  • Pflaster, Blasenpflaster
  • Tabletten
  • Kuscheldecken, Kissen
  • Buch, Gesellschaftsspiele (bei schlechtem Wetter)

Unsere Route:

Egal, von wo du startest, unsere Route kann recht einfach adaptiert werden, deshalb teile ich diese hier auch mit dir. Wir fanden diese sehr stimmig, wenn auch recht eng getaktet. Entscheide gern selbst, ob du gewisse Orte dazu- oder wegnimmst oder dir deine ganz eigene Route bastelst. 🙂

30. September 2021
Abholung des Campers

Wir haben den Camper dieses Mal einen Tag vorher abgeholt, um genügend Zeit zum Packen und Verstauen zu haben.
Einen Abend vor der Abreise haben wir also unsere Taschen samt Kleidung bereits gut verstaut, das Bett bezogen und einige Lebensmittel eingeräumt. Lediglich die frischen und gekühlten Lebensmittel haben wir am Abfahrtstag selbst verstaut.

01. Oktober 2021
Abfahrt Berlin 7 Uhr – Ziel Dänemark Hirtshalts Abfahrt der Fähre um 20 Uhr

Am Freitag ging für uns dann die große Reise los. Wir starteten von Berlin und mussten einige Kilometer bis ans obere Ende Dänemarks zurücklegen. Unser erstes Ziel war der Ort Hirtshalts, denn dort mussten wir die Fähre nehmen, die uns dann nach Norwegen bringen sollte.

Generell gibt es mehre Wege, nach Norwegen zu gelangen und auch verschiedene Fährrouten. Unsere Fähre ging von Hirtshalts (Dänemark) nach Stavanger (Norwegen).
Wir entschieden uns für den weit entfernteren Ort Stavanger, da dort auch unser erstes Ziel lag. Die Fährfahrt dauerte insgesamt knapp 10 Stunden, weshalb wir uns auch eine kleine Kajüte mieteten. Um 20 Uhr fuhren wir los und sollten am nächsten Morgen gegen 6 Uhr anlegen. So konnten wir die Zeit auf der Fähre nutzen und schlafen, um am nächsten Morgen ausgeruht von Board zu fahren und gleich unser erstes Ziel anzupeilen.

Ich kann dir empfehlen, die Fähre so früh wie möglich zu buchen, sonst wird es schnell teuer.
Unsere haben wir über Fjordline gebucht, es gibt aber auch noch den Anbieter Colorline. Vergleiche am besten beide und suche dir eine gute Verbindung heraus, die zeitlich zu deinem Plan passt.

02. Oktober
Ankunft 6 Uhr Morgens – Norwegen Stavanger – Ziel: Preikestolen

Zugegeben, die Fahrt war etwas weniger erholsam, als erhofft. 😀 Es war eine sehr wackelige Angelegenheit und ohne meine Reisetabletten hätte ich die Nacht definitiv auf der Toilette und nicht im Bett verbracht…
Dennoch waren wir voller Vorfreude, also wir endlich von der Fähre abfuhren und norwegisches Festland betraten.
Als erster Stopp stand uns die Zollkontrolle bevor. Wir hatten ja bereits zuhause im Internet nach der Freimenge geschaut, waren aber ein Stück drüber. Also gingen wir kurz in das Zollgebäude, um nachzufragen, wie das Verzollen stattfindet. Nach einem kurzen und netten Gespräch mit einem Beamten konnten wir abfahren, denn unsere Menge war so gering (ganze 1,20€), dass diese nicht groß beachtet wurde.

Nun konnten wir aber endlich richtig auf die Straßen Norwegens fahren! Insgesamt sollten wir eine knappe Stunde zum berühmten Aussichtspunkt, dem Preikestolen, benötigen. Wir wurden mit einem wunderschönen Sonnenaufgang begrüßt und die Straßen waren so schön leer und ruhig – es war magisch!

Dass das Wetter in Norwegen oft unberechenbar ist, ist wohl kein Geheimnis. Doch besonders für unsere geplante Wanderung zum Preikestolen war gutes Wetter ein Muss.

Allgemein würden wir keine Bergwanderungen bei Regen oder Strum empfehlen, besonders der Preikestolen hat es in sich. Steile Wege, lockere Felsen und enge Trampelpfade erwarten dich. Mit der richtigen Ausrüstung allerdings machbar.
Informiere dich vorher, wie die Wettervorhersage ist, bevor du deine Wanderung planst. Auf dieser Website findest du alle Informationen dazu: Preikestolen Wanderung

5 Stunden später, sichtlich erschöpft, aber unglaublich geflasht von dieser wunderschönen Aussicht und Natur, ging die Reise weiter. Da wir an diesem Tag nicht mehr weit fahren wollten, suchten wir uns einen Stellplatz in der Nähe und wurden auch direkt fündig.

In Norwegen ist es generell kein Problem einen Stellplatz für die Nacht zu finden. Es gibt unzählige kostenfreie Stell- und Parkplätze, die meist an wunderschönen Orten liegen. Aber auch Campingplätze oder Wildcampen ist kein Problem, solange man sich an die Regeln der Natur hält!

Ryfylkevegen, 4100 Jørpeland

03. Oktober
Abfahrt nach Bergen, Hordaland 

Für die Fahrt nach Bergen standen uns 250km bevor, die wir in 6 Stunden hinter uns brachten. Wir wählten den schnellsten Weg, welcher eine kleine Inlandsfähre beinhaltete. Es gibt eine schnelle Verbindung (ca. 25 Minuten) zwischen Mortavika und Arsvågen – bezahlen musst du nichts, das geht wie gesagt alles automatisch über deinen EPASS. Hier gelangst du zu den Abfahrtzeiten: Fähre Mortavika – Arsvågen

Wieder auf dem Festland angekommen, konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen, an einigen Orten Halt zu machen, Kaffee zu kochen und einfach die Natur zu genießen!
Wir kamen recht spät am Abend an, sodass wir nur einmal kurz durch die Stadt liefen und anschließend auf einem Campingplatz eincheckten. In der Nähe rund um Bergen ist Wildcampen nahezu unmöglich, unser Campingplatz war aber sehr niedlich und zu empfehlen: Bergen Camping Park

Hier erhältst du einen Stellplatz, Wasser- und Stromanschluss, sowie eine heiße Dusche für wenig Geld.

04. Oktober
Ein Tag in Bergen und eine spontane Weiterfahrt

Am nächsten Tag erkundeten wir Bergen etwas ausführlicher. Leider regnete es ununterbrochen, aber ausgestattet mit unseren Regensachen, machte uns das nicht aus. Bergen ist bekannt durch seine bunten Holzhäuser am Hafen “Brygge” und ist sogar UNSECO Weltkulturerbe.
In Bergen erkundest du viele kleine Läden, eine ganz tolle Altstadt und viele gemütliche Cafés, wir haben es hier sehr gemocht!
Nach unserer Sightseeing Tour entschieden wir uns, weiter Richtung Norden zu fahren, denn zu unserem nächsten Ziel gehörte der Geirangerfjord. Da die Strecke dorthin recht lang ist (ca. 450km), suchten wir uns unterwegs ein paar kleine Highlights heraus. An diesem Tag jedoch, fuhren wir nur noch weiter und machten schlussendlich Halt in Lærdal, wo ein ruhiger Stellplatz direkt an einem kleinen Fjord auf uns wartete.

GPS Koordinaten Stellplatz Lærdal:
N 61°6’13.3164” E 7°25’57.144”
61.103699, 7.432540

05. Oktober
Atemberaubende Gletscherstraße und die älteste Stabskirche in Lom

Auf dem Campingplatz in Bergen hatten wir jemanden kennengelernt, der uns eine besondere Route empfohlen hatte: eine Gletscherstraße zum Gladhøpiggen, dem höchsten Berg Nordeuropas. Wenn du dich für diese Route entscheidest (es führen mehrere Wege zum Geiranger), dann erwarten dich endlose Weiten und eine einzigartige Natur! Wir fuhren einige Zeit komplett allein auf den Straßen und es war ein unglaubliches Gefühl, welches uns da durch den Körper floss…
Ein kleiner Tipp: prüfe vorab, ob die Straße offen ist. Es gibt ganz oben eine Schranke, die sich zu unserer Reisezeit nur ein paar Mal am Tag öffnete!

Auf dieser Strecke kommst du ebenfalls an einem kleinen Ort namens Lom vorbei. Hier steht eine Besonderheit, nämlich die älteste Stabskriche Norwegens, die definitiv einen Besuch wert ist!
Der Ort selbst ist allerdings auch sehenswert und mit vielen kleinen Flüssen durchzogen.
Nach diesem tollen Tag suchten wir uns wieder über die App Park4Night einen Stellplatz für die Nacht und konnten so am nächsten Morgen direkt am Geirangerfjord ankommen.

06. Oktober
Ankunft am Geirangerfjord und dem 2. Campingplatz der Reise

Am nächsten Tag waren wir nur noch ein paar Minuten vom Geirangerfjord entfernt. Da wir von oben kamen, mussten wir einige schmale Straßen bergab, um auch wirklich direkt am Fjord anzukommen. Dieses Mal steuerten wir einen Campingplatz (unser zweiter der Reise, denn wir mussten unbedingt duschen) an, der direkt unten am Wasser gelegen war. Nicht nur die Lage war einfach atemberaubend, wir waren auch fast die einzigen Besucher! Der Campingplatz war ruhig gelegen, die Duschen sauber und für ca. 22€ die Nacht absolut akzeptabel. Außerdem war direkt nebenan ein kleiner Supermarkt, in welchem wir uns mit frischen Eiern und Brot ausstatteten. Hier gelangst du zum Campingplatz: Geiranger Camping

Am Fjord direkt warten einige schöne Wanderungen, wir entschieden uns für eine zum Storseterfossen. Die Storseterfossen liegt auf 550 Metern Höhe und stürzt von dort ca. 30 Meter senkrecht in die Tiefe. Das Besondere an dieser Wanderung ist der Weg selbst, welcher an einem schmalen, mit Ketten befestigten Weg am Felsen hinunter führt. Du kannst dann sogar hinter den Wasserfall selbst gehen und dieses Spektakel bestaunen!

Nach dieser Wanderung kehrten wir zum Campingplatz zurück, gönnten uns eine lange Dusche und ein heißes Abendessen…

07. und 08. Oktober
Der Weg zu den Lofoten und ein Besuch in Trondheim

Ausgeruht, aber nicht ausgeschlafen starteten wir recht früh am nächsten Morgen, um wieder einige Kilometer zurücklegen zu können. Auf dem Weg zu den Lofoten wollten wir das kleine Städtchen Trondheim besuchen, welches uns oft empfohlen wurde. Wir fuhren über Oppdal und erreichten gegen 17 Uhr Trondheim.

Hier ließen wir es uns nicht nehmen, einmal richtig essen zu gehen! Zugegeben, die Preise in Norwegen sind nichts für schwache Nerven… für zwei Burger + Getränke zahlten wir gute 86€. 😀
Aber es war jeden Cent wert! Falls du Burger auch liebst (hier gibt es auch Vegetarische) dann kann ich dir den Laden BROR sehr ans Herz legen: BROR Burger

Nach diesem Festmahl fuhren wir noch ein kurzes Stück und landeten auf einer kleinen Waldlichtung, wo wir dann auch die nächste Nacht verbrachten.

Die GPS Koordinaten unseres Stellplatzes waren:
N 63°43’46.2” E 11°23’1.32”
63.729500, 11.383700

Am nächsten Tag mussten wir einkaufen gehen, da kann ich dir die Supermarktkette REMA1000 empfehlen. Hier sind die Preise eeeetwas günstiger, als in anderen Märkten.

Den Rest des Tages verbrachten wir weitestgehend im Camper, da wir einige Kilometer zurücklegen mussten.
Am Abend erwartete uns allerdings noch ein kleines Highlight: Das Porten Til Nord-Norge
Das ist sozusagen die Grenze, die den Übergang zu Nordnorwegen kennzeichnet. Man fährt durch ein wunderschönes Tor und das Gefühl dabei war irgendwie total magisch, so als ob man eine andere Welt betritt…

09. und 10. Oktober
Ankunft auf den Lofoten

Unsere letzte Nacht verbachten wir also wieder an einem freien Stellplatz Nähe des Korgenfjellet und fuhren die letzten Kilometer Richtung Lofoten.

Auf dem Weg durchquerten wir noch einen ganz besonderen Ort: Den Polarkreis! Wir alle kennen ihn, aber wer ist schon mal direkt drüber weg gefahren? Das war nicht nur unglaublich, sondern auch irgendwie ganz surreal. Am Polarkreis selbst findest du eine große Kuppel, allerdings ist drumherum nicht viel zu entdecken, das hatten wir uns irgendwie spektakulärer vorgestellt. Trotzdem war es total cool und motivierte uns, weiterzufahren! 😀

Um auf die Lofoten zu gelangen, gibt es zwei Möglichkeiten:

  1. Unseren Weg: Dieser beinhaltet eine kurze Fährenfahrt von Bodø (Festland Norwegen) nach Moskenes (Letzter Zipfel auf den Lofoten). So fährt man sozusagen von unten nach oben zurück auf das Festland. Wenn man die gesamten Lofoten sehen möchte, ist diese Variante am besten, da man hier den Weg zu einmal fährt. Die Fährfahrt dauert ca. 3,5 Stunden: Abfahrtszeiten Fähre
  2. Die andere Möglichkeit wäre, weiter zu fahren, bis nach Narvik, hier ist der Knotenpunkt, wenn man auf die Lofoten fährt. Jedoch kannst du hier eben nur bis zum Ende der Lofoten fahren und musst dann die selbe Strecke wieder zurück, oder du nimmst ebenfalls die Fähre, dieses mal von Moskenes nach Bodø.

Å – Reine – Hamnøy

Å war für uns der erste Ort, der uns auf den Lofoten begrüßte. Am untersten Zipfel angelangt, wurden wir von roten, alten Fischerhäuschen und jeder Menge Regen empfangen. Zugegeben, es stürmte auch wie verrückt, daher mussten wir eine kleine Pause zum Aufwärmen einlegen und fuhren direkt weiter nach Reine. Die Orte sind jeweils nur eine halbe Stunde voneinander entfernt, das waren wir gar nicht mehr gewohnt nach den letzten hunderten Kilometern.

Ein besonderes Café in Reine ist dabei Anitas Seafood Shop & Bar. Hier warten Zimtschnecken, Kaffee und jede Menge Leckereien auf dich!
Die Lofoten sind aber auch für eine Spezialität bekannt, die wir ganz schnell kennenlernen durften. Der Stockfisch. Das ist Fisch, der über Monate an der frischen Luft getrocknet und anschließend verzehrt wird. Er gilt als Delikatesse und ist recht teuer. Und er stinkt. Wir haben uns nicht getraut, ihn zu verkosten. 😀

Ich empfehle dir, allen Orten einen Besuch abzustatten, denn sie sind alle wunderschön und einzigartig! Zu unserer Reisezeit waren sie außerdem fast menschenleer, was das Fotografieren umso spannender machte.
In Hamnøy findest du ebenfalls viele alte Fischerhäuschen vor, doch uns zog ein ganz besonderes Motiv an…

Wenn man nach den Lofoten googelt, begegnet einem ein Motiv besonders oft. Es ist ein Blick auf die Küste mit ein paar alten Häusern. Wir mussten ein wenig suchen, um genau den selben Blickwinkel zu bekommen, aber diese Suche hatte sich gelohnt:

Weiter fuhren wir an diesem Tag auch nicht, sondern steuerten erneut einen kleinen Campingplatz an. In der Nebensaison findet man auf jeden Fall einige Campingplätze, die sogar etwas günstiger sind. Trotzdem haben auch einige geschlossen, daher lohnt es sich, im Vornherein einmal zu schauen, was offen hat: Campingplatz Lofoten

11. Oktober
Kvalvika Beach – Der schönste Strand unseres Lebens

Am nächsten Morgen stand eine erneute Wanderung auf dem Plan. Diese führte über einen großen Berg hinauf, um dann wieder hinab zu klettern und zu einem einsamen Strand zu gelangen. Der Kvalvika Beach liegt auf der Insel Moskenesøya in der Nähe des Örtchens Fredvang und ist nur auf zwei Wege zu erreichen: Per Wanderung oder mit dem Boot.

Die Wanderung startet auf einem Parkplatz und ist anfangs auch mit einem Holzweg ausgestattet. Zwischendrin zeigen dir kleine Schilder den Weg. Hierbei ist wieder Vorsicht geboten, denn ist es nass, wird es hier schnell rutschig und gefährlich. Die Wanderung selbst dauerte ca. 1,5 Stunden und ist eine kleine Schlammschlacht. 😀 Ich kann dir daher raten, Regenfeste Kleidung zu tragen und gute Wanderschuhe, Dreck und Schmutz bleiben hier nicht aus.
Doch der steinige Weg lohnt sich! Hat man sich durch die Höhen gekämpft, erwartet einen der wohl schönste Strand der Welt. Wir waren fast ganz allein dort, ein Gefühl, dass man so gar nicht in Worte fassen kann. In solchen Momenten merkt man erst, wie wunderschön und zugleich wertvoll unsere Welt und Natur doch ist.

Da diese Wanderung keinen ganzen Tag einnimmt, kehrten wir noch in ein kleines Café ein. Die Wanderung hatte uns zwar hungrig gemacht, aber wir hatten ja ein kleines Care Paket dabei. Das ist auch absolut wichtig! Trinken und Essen sollte immer in deinem Wanderrucksack vorzufinden sein. Genauso wie Pflaster, Regenüberzieher und deine Kamera.

12. Oktober
Ein Tag in Henningsvær inklusive Polarlichter

Da wir die letzte Nacht ganz unspektakulär an einem Rastplatz verbrachten, starteten wir recht entspannt in den neuen Tag, welchen wir in Henningsvær verbachten. Dieser Ort ist wirklich zuckersüß und für mich der Schönste auf den Lofoten. Dir begegnen viele kleine Holzhäuser und ein berühmtes Café, welches für die Handarbeit von selbst gemachten Kerzen bekannt ist: Café Lysstrøperi – Hol dir eine Zimtschnecke oder ein Smørrebrød und genieße einfach die Ruhe dort…

Aber auch für den Abend wird man hier kulinarisch nicht enttäuscht. Zugegeben, die Auswahl an Restaurants war nicht riesig, da einige auf Grund der Sommerpause bereits geschlossen hatten. Dennoch fiel unsere Wahl wieder auf einen kleinen Burger Laden (hier gab es auch noch andere Speisen). Der Laden selbst lag direkt am Wasser und war innen einfach nur absolut hyggelig eingerichtet. Mit dem Knistern des Kamins, Holztischen und vielen Kerzen ließen wir uns unser Essen schmecken: Klatrekaféen i Henningsvær kann ich dir also von Herzen empfehlen!

Für die Nacht wollten wir einen besonders gut gelegenen Stellplatz finden, denn unsere Auroa App sagte uns gute Chancen auf Polarlichter voraus und wir wurden nicht enttäuscht!
Das war für mich wohl auch der bedeutenste Moment unserer gesamten Norwegen Reise. Wir hatten beide noch nie zuvor die Nordlichter gesehen. Wenn man sie dann wirklich zu Gesicht bekommt, ist das ein Moment, den man nie in seinem Leben vergisst…

Schwache Polarlichter sieht man oft kaum mit dem bloßen Auge. Erst die Langzeitbelichtung der Kamera bringt hervor, was sich da am Himmel gerade abspielt. Je länger wir allerdings auf sie warteten, desto stärker wurden sie, sodass wir sie auch mit den Augen richtig gut erkennen konnten:

13. – 17. Oktober
Unsere letzte Wanderung und die ersten Gedanken an die Heimreise

Am nächsten Tag fuhren wir ein Stück weiter außerhalb Henningsvær, um eine kurze Wanderung einzulegen und die Umgebung weiter zu erkunden. Die Wanderung hatte es definitiv in sich, denn es war die Steilste, die wir bisher gemacht hatten. Ist man jedoch oben angekommen, wird man mit einer Sicht belohnt, die über ganz Henningsvær reicht! Hier findest du Infos zur Wanderung: Wanderung Henningsvær

Wir hatten uns über unsere Heimreise keinen genauen Plan gemacht, da wir hier etwas spontaner agieren wollten. Fest stand jedoch, dass wir über Schweden zurück nach Berlin fahren. Hierzu gibt es einen einfachen Grund: in Schweden sind die Straßen breiter, daher kann man hier deutlich schneller fahren und kommt daher auch schneller voran. An diesem Punkt muss ich gestehen, dass wir uns am Anfang die Rückreise einfacher vorgestellt hatten.
Wir wussten, dass diese aus vielen Autostunden bestand, jedoch hätte ich im Nachhinein gern 2-3 Tage mehr Zeit gehabt.

Die Rückreise starteten wir spontan noch am selben Tag. Wir fuhren von Norwegen weiter Richtung Schweden und reisten dann in der Nacht in Lappland ein, wo wir dann nur noch auf einen Rastplatz fuhren, um zu schlafen.

Die nächsten Tage gingen recht schnell vorbei, da wir hier fast nur auf den Straßen unterwegs waren. Zwischendrin musste jedoch unbedingt noch eine Dusche her. Da wir nicht auf einen Campingplatz wollten, entschieden wir uns, in ein Schwimmbad zu gehen. Das ist übrigens ein super Tipp! Schwimmbäder sind bezahlbar, du kannst etwas schwimmen und entspannen und anschließend ohne Zeitbegrenzung duschen gehen. Besser gehts nicht!

Frisch geduscht und erholt ging die Fahrt weiter. Insgesamt dauerte die reine Fahrzeit zurück 30 Stunden, welche wir in knapp 3 Tagen bewältigten und schlussendlich am 17. Oktober beendeten, als wir wieder in Berlin ankamen.


Nützliche Tipps und Allgemeine Kosten:

Zu den Gesamtkosten unserer Reise haben wir wie folgt geplant:

  • 2.100,00€ für die Miete des Campers auf 19 Tage
  • für die Fähre von Dänemark nach Norwegen haben wir 310,00€ gezahlt
  • knapp 900,00€ für Benzin
  • ca. 250,00€ für den Lebensmitteleinkauf
  • 400,00€ für Verpflegung vor Ort (Restaurants, Café, Essen auf der Fähre, Trinken an der Tankstelle ect.)
  • Die Mautgebühren stehen bei uns noch aus, wir rechnen hier mit ca. 180,00€ – 250,00€ (allein die Öresundbrücke von Schweden nach Hause kostet 80,00€ Mautgebühren… )
  1. Solltest du einen gemieteten Camper genutzt haben, solltest du unbedingt direkt nach der Reise alle Daten bei deiner EPASS Registrierung löschen, ansonsten könnte ein neuer Gast mit deinem Camper fahren und die Kosten gehen trotzdem auf dein Konto.
  2. Es empfiehlt sich, eventuell auf einen Stromwandler zurückzugreifen. Diesen hatten wir uns über Amazon bestellt. Es ist sozusagen ein Gerät, mit welchem du Strom ziehen kannst (Handy, Kamera laden) auch, wenn der Camper nicht fährt. Viele Modelle können dann keinen Strom abgeben. Hier habe ich ihn dir einmal verlinkt: Wechselrichter
  3. Solltest du Regenkleidung kaufen müssen, achte darauf, dass Hose und Jacke eine Wassersäule von 10.000 besitzt. Die Wassersäule sagt darüber aus, wie lange deine Kleidung bei Regen trocken hält. Bist du länger unterwegs, gibt es nichts Schlimmeres, als feuchte Kleidung!
  4. Die App Park4Night haben wir ausschließlich dafür genutzt, unsere Stellplätze zu finden. Wir lieben sie!
  5. Die App Aurora zeigt dir, wann du die Chance hast, Polarlichter zu sehen und um welche Uhrzeit. Bereits bei einer Wahrscheinlichkeit von 30% hatten wir Glück!
  6. Wasser/Toilette entleeren funktioniert in Norwegen recht simpel. Viele Tankstellen bieten diesen Service kostenfrei an. Bitte fahre sie auch an und entlasse kein Abwasser in der Natur!
  7. Zu den Kosten vor Ort lässt sich sagen, dass Norwegen ca. 3-4x so teuer, wie in Deutschland ist. Umgerechnet wird in NOK (Norwegische Kronen) und der Kurs war bei uns 1 zu 10. Also eine Tafel Schokolade hat 58 NOK gekostet, umgerechnet also 5,80€. (Kein Scherz! 😉 )
  8. Zuletzt: Es wäre kein Abenteuer, wenn es keine Hindernisse gibt. Wir mussten mit vielen von ihnen kämpfen, aber schlussendlich haben sie unsere Reise geprägt und unvergesslich gemacht. Lass dich von ihnen nicht verunsichern oder hab Angst vor so einer Reise! Sie kann dein Leben nur bereichern, das verspreche ich dir!

2 Kommentare

  • Conny und Sirko

    Hei Vanni,

    du hast da leider einen kleinen Bug im Text, denn es gibt seit Mitte 2021 keine Registrierung mehr bei EPC, denn genau diese wurde durch / von EPASS24 abgelöst. Unabhängig dessen empfehlen wir, gerade wenn man auf die Lofoten reist, immer einen Transponder / Chip für die Maut und dazu die Ferjekort mit 50 % Rabatt auf den Fähren. Damit lässt sich auf dieser Strecke schnell ein dreistelliger EURO-Betrag sparen.

    Liebe Grüße, Conny und Sirko

    • beahyggespreder

      Hei ihr Zwei,

      vielen Dank für die nützlichen Tipps! Das mit dem Transponder wussten wir tatsächlich nicht und werden wir beim nächsten Trip definitiv dabei haben! 🙂

      Liebe Grüße,

      Vanni

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